About me

Mein Blog «dasletzteabendmail» ist ein Ort der Kreativität und Spiritualität, der Erforschung und mutigen Entscheidungen, ein Ort der Inspiration. Für DICH. Für MICH. Er gibt Raum zum Erzählen. Und soll zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregen. Nachkochen darf man sowieso und Getränke mixen auch. Und er zeigt, dass immer und überall ein Weg gefunden werden kann, um das Leben lebenswert fantastisch zu machen. In jedem Alter. Überall. HIER UND JETZT!

Der Blog ist nicht nur für reifere Frauen wie ich es bin: denke, noch gut verpackt und jünger aussehend. Nach langer Ehe (28 Jahre) geschieden, und jetzt in einer Long-distance-Relationsip schwebend mit einem erheblich jüngeren Partner. Genauer gesagt: 22 Jahre jünger. Und dann ist er noch Inder, Hindu und Brahmin. – Und zu allem Übel: Kennengelernt haben wir uns im Internet, auf YouTube und Facebook! Ja, richtig.
Ich musste mich neu erfinden. Ich habe mich neu erfunden.

51 und unbeschreiblich einsam war ich, als 2009 in mir die Überzeugung reifte und ich beschlossen hatte, online zu gehen mit Facebook. Ich machte das nicht etwa, um Männer zu angeln. O nein, ein Schelm, wer das denkt! Vielmehr baute ich eine für mich viel schönere Welt ? auf. Eine virtuelle Welt, sogar mit echten virtuellen Freunden. Um meiner Einsamkeit zu entfliehen. Um jemand zu sein, um gehört zu werden, um zu «sprechen».
Facebook war damals noch ganz anders. Besiedelt fast ausschliesslich mit Teenagern und unzähligen Games, und vor allem ohne permanente Werbung und Marketingbeiträge. Und ich, die Gruftine, «onlinte» mittendrin. Meine Töchter waren alles ander als begeistert, mich dort zu sehen. Sie schämten sich meiner. Erwachsene hatten dort (noch) nichts verloren, waren PEINLICH. Mir tat das weh, irgendwie. Denn ich wollte irgendwo einfach dazugehören, ohne dass man sich über mich lustig machte, oder sich meiner schämte. Und wo konnte man das denn besser als in der Anonymität dieser virtuellen Welt?
Doch irgendwann änderte sich alles.

Getroffen habe ich meinen jungen indischen Partner viele Likes und viele Jahre später. Weihnachten 2012. Zufällig. Aus dem Nichts.
Aber mehr davon in einem anderen Beitrag.

So richtig Gedanken, was die Gesellschaft von mir halten könnte, mir als reifer Frau mit jungem, sehr jungem Partner, machte ich mir erst, als eine Arbeitskollegin lauthals allen Ernstes verkündete: «Eine ältere Frau, die einen 20 Jahre jüngeren Freund hat, das ist doch einfach nur KRANK! Die ist doch nicht dicht.»

Wowwww, das sass. Und tat weh. Sehr weh. Wen meinte sie? Ich habe geschluckt und getan, wie wenn ich das nicht gehört hätte. Aber ich fragte mich natürlich: Meint sie mich? Bin ich krank?

Ich habe nie viel über mein Privatleben gesprochen. Wusste daher auch nicht, ob sie nun explizit mich angesprochen hatte. Oder ob sie einfach wichtigtuerisch etwas in die Luft bliess. Aber ihre Worte waren gesagt und gespeichert. Und sie verfehlten ihre Wirkung nicht.

Hätte Angelina Jolie einen um viele Jahre jüngeren Partner, wäre sie mega cool, und die Gesellschaft würde sie als eine sehr moderne Frau sehen, die weiss und macht, was sie will. Und mit beiden Beinen auf der Erde steht. Na und?

Was denkt die Gesellschaft von mir? – Die ist doch krank, nicht ganz dicht und macht einen auf Teenager? Arme Frau, die hat’s nötig? Wie kann man nur, in ihrem Alter? Schämt die sich nicht? Und dann noch Inder, einen Ausländer. Das ist sicher nur eine sexuelle Beziehung. Oder ihm geht’s nur um Geld. Die soll doch bei uns in der Schweiz SUCHEN. Einen bodenständigen Schweizer!
Ähhm, hab ich denn je gesucht? Nein! Wir haben uns gefunden. Gefunden in unser beider schwarzer Tage.

Und was denkt die Gesellschaft von reiferen Männern, oder «Greisen», die eine um 20, 30 oder gar 40 Jahre jüngere Frau haben? Meistens sinds Multimillionäre mit Bauch oder Glatze bestückt, manchmal auch Perücke. Sie glänzen in der Öffentlichkeit mit gestylten Püppis, die einfach nur hübsch schön (ruhig) sein müssen. Vielleicht noch das Leben im Schlafzimmer wiederbeleben. Diese Männer sind dann einfach «huere cooli Hengste» und «geili Sieche». Und die Masse himmelt. Und ist neidisch … auf das Geld, das er hat, um so eine Katze auszuhalten. Um ihre Brustimplantate zu berappen und die kaputten aufgespritzten Lippen neu zu formen. Mit noch mehr Silikon.

Aber was ist mit all den Frauen, deren Liebe 20, 4, 8, 14, 29 oder 9 Jahre jünger ist? Was erleben SIE? Wie leiden SIE? Wie fühlen SIE?
Darum erfinden wir uns doch einfach täglich neu und überraschen. Echt. Das Leben ist so kurz. Seien wir mutig…

Ihre Mary-Jane
dasletzteabendmail.ch